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ANITA BOERRIGTER - NEID 

"Der von Neid erfüllte Mensch leidet unter Schmerzen, die durch das Glück anderer verursacht werden (frei von Aristoteles’ Rhetorik). 

Neid ist ein Geisteszustand oder eine Emotion, in der einer das empfangen möchte, was ein anderer bereits erhalten hat, oder wünscht, dass der andere dies nicht hätte (Wörterbuchdefinition).

Bei Neid denkt man oft an materielle Sachen. Als ich an meinen Forschungen über Neid arbeitete, fand ich heraus, dass Neid mir auch nicht fremd ist. Das kann sehr klein sein, wenn ich in einem Restaurant einen kleinen Anflug von Eifersucht verspüre, weil ich das Dessert von jemandem bevorzugt hätte, der einen Tisch entfernt ist. Es ist ein kleiner Schmerz, der schnell nachlässt. Zweifellos könnte es auch groß sein, aber ich bin mir zu nahe, um das zu sehen.

Neid hat eine negative Konnotation, kann aber auch stimulierend wirken: Weil Sie es selbst wollen, werden Sie daran arbeiten, es zu erreichen oder zu besitzen. Traditionell war der Effekt jedoch negativ. Shakespeare nannte Neid das grünäugige Monster in seiner Tragödie Othello, in der die Hauptfigur unter einer Form übermäßiger und irrationaler Neid leidet. Othello wurde immer noch gewarnt: It is the green-eyed monster, which doth mock the meat it feeds on. Othellos unerhörte Neid hat mich dazu inspiriert, mir einen menschlichen Körper vorzustellen, der aus Wasser und Staub besteht und voller Neid ist.

Eine moderne und verstörende Form der Neid wird von Instagram kommerziell gepflegt, der perfekten Darstellung einer unvollkommenen Realität. Von Neid getrieben, werden Menschen operiert, um die imaginäre Perfektion zu erreichen."

 

RICARDO LIONG-A-KONG - HABSUCHT 

"Nichts ist uns fremd, nicht einmal die Habsucht. Dass es sich um eine negative Eigenschaft handelt, liegt bereits im Wort Hab-Sucht selbst. Eine Sucht, ein übertriebener Wunsch nach Besitz.

Mit Besitz können Sie punkten, und je nachdem, in welcher sozialen Gruppe Sie sich bewegen, kann es sich dabei um Geld, Liebhaber, Kleidung, Autos oder Publikationen handeln. 

Sehen Sie mich an! Habsucht reibt sich ein wenig an der Eitelkeit, einer weiteren Todsünde.

Als nüchterner Mensch ist mir klar, dass Habsucht nirgendwohin führt und nur Ärger und vielleicht auch Elend verursachen kann. Was man besitzt, will man behalten und muss man auch pflegen. Wenn auch nur, um die Miete des Tresors zu bezahlen.

Nun, ich bin auch nur ein Mensch." 

   

MARGIT RUSERT - VÖLLEREI  

"So viele Angebote. So viele Möglichkeiten. So viele Konsequenzen. Was macht wirklich lebens-satt?" 

 

 

PARADIESZONDEN wird durchgeführt im Rahmen von taNDem,
einem grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturprojekt der EUREGIO, und gefördert durch INTERREG.

Hinter dem Namen taNDem steht das INTERREG V A Projekt “Kunstverbinding – Kunstverbindung”. In diesem Projekt haben die EUREGIO, Cultuur Oost, Münsterland e.V., Emsländische Landschaft e.V., die Stadt Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und die Provincies Gelderland und Overijssel ihre Kräfte gebündelt, um die Kunst- und Kulturszene im Grenzgebiet zu fördern. Das Projekt “Kunstverbinding - Kunstverbindung” wird im Rahmen des INTERREG V A Programms Deutschland-Nederland durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die Provinzen Gelderland und Overijssel, das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und das Wirtschaftsministerium des Landes NRW finanziell unterstützt.